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 Ein Gedicht zur (Wirtschafts)-Lage

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Karl
Head of Trading


Anmeldedatum : 25.12.09
Ort : Austria

BeitragThema: Ein Gedicht zur (Wirtschafts)-Lage   Sa Aug 11, 2012 1:30 pm


Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf -
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos !

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten ..
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heisst , Bewohner müssen raus.

Triffts hingegen grosse Banken
kommt die ganze Welt ins Wanken -
..auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut.

Soll man das System gefährden ?
Da muß eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das brngt erneut Profite,
hat man doch in jedem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika !

Und wenn die Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht :
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Autor nicht bekannt



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Karl H.
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Karl
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Ort : Austria

BeitragThema: Re: Ein Gedicht zur (Wirtschafts)-Lage   Sa Aug 11, 2012 1:43 pm

Eine Frage
Da stehn die Werkmeister - Mann für Mann.
Der Direktor spricht und sieht sie an:
" Was heißt hier Gewerkschaft!
Was heißt hier Beschwerden!
Es muß viel mehr gearbeitet werden!
Produktionssteigerung! Daß die Räder sich drehn!"
Eine einzige kleine Frage:
Für wen?
Ihr sagt: Die Maschinen müssen laufen.
Wer soll sich eure Ware denn kaufen?
Eure Angestellten? Denen habt ihr bis jetzt
das Gehalt wo ihr konntet heruntergesetzt.
Und die Waren sind im Süden und Norden
deshalb auch nicht billiger geworden
Und immer sollen die Räder sich drehn...
Für wen?

Für wen die Plakate und die Reklamen?
Für wen die Autos und Bilderrahmen?
Für wen die Krawatten? Die gläsernen Schalen?
Eure Arbeiter können das nicht bezahlen.
Etwa die der andern? Für solche Fälle
habt ihr doch eure Trusts und Kartelle!
Ihr sagt: Die Wirtschaft müsse bestehn.
Eine schöne Wirtschaft!
Für wen? Für wen?

Das laufende Band das sich weiterschiebt
liefert Waren für Kunden die es nicht gibt.
Ihr habt durch Entlassung und Lohnabzug sacht
eure eigene Kundschaft kaputt gemacht.
Denn Deutschland besteht - Millionäre sind selten -
aus Arbeitern und Angestellten!
Und eure Bilanz zeigt mit einem Male
einen Saldo mortale.

Während Millionen stempeln gehn.
Die wissen für wen.

Kurt Tucholsky, 1931

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Karl H.
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